Donnerstag, 9. Februar 2012

Auszug aus "Geburt ohne Gewalt" von Frédérick Leboyer

So alles ist vorbereitet. Dunkelheit, Stille, Innere Sammlung. Die Zeit steht still. Das Kind kann kommen. Vor diesem Augenblick der Geburt, diesem so empfindlichen Moment, sollten wir die allergrößte Hochachtung haben. Hier geschieht etwas, was so wenig greifbar ist wie das Erwachen am Morgen.

Das Kind ist auf der Schwelle zwischen zwei Welten.
...Lasst ihm sein eigenes Tempo, seinen Rhythmus seine Zeit...
Warte, Warte.

Wie langsam wie gewichtig vollzieht sich der Übergang. Dieses Kind erwacht zum ersten Mal. Es ist noch mit einem Fuß im Reich der Träume, der andere stößt schon an die Bettkante. Es verlässt die Ewigkeit und springt in die Zeitlichkeit. Das Kind hat begonnen zu atmen.

- Frédérick Leboyer -


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